Etwa 700 v. Chr. war die Blütezeit der Atlantisbewohner. Während Kriege für die meisten Menschen der Welt damals Teil des Alltags waren, lebten die Bewohner der Insel friedlich und abgeschottet von der restlichen Welt. Diese Zeit des Friedens nutzten die klugen Köpfe ihrer Zeit, um ihre Bemühungen in die Forschung zu stecken. Nachdem sie ihre Lebensbedingungen auf ein Standard optimiert hatten, der keine Wünsche mehr offen lies, konzentrierten sie sich auf ihre Flotte und ihre Waffen. In nur kurzer Zeit hatten sie die Menschen der restlichen Länder überholt und nutzten diesen Vorteil für sich – sie wurden zu Forschern und Eroberern.

 

Beute ihrer vielen Streifzüge waren auch Tierarten, die sie auf ihren großen Booten teilweise Monate lang auf ihre Insel transportierten. Der Wunsch nach Extravaganz, nicht nur im Militär, sondern auch im alltäglichen Leben trieb die Menschen weiter an. Wer wollte sich schon mit einfachen Pferden, Ochsen und Mauleseln zufrieden geben, wie die armen und zurückgebliebenen Menschen, deren Städte sie besetzt hatten? Sie strebten nach dem Tier, das ihre eigene Eleganz ausdrücken sollte.

 

Es dauerte Jahre, bis sie die perfekte Mischung aus Pferden, Quagga und Antilopen gezüchtet hatten. Ein Tier, das groß, grazil, kräftig und schnell war. Das sich in Not zu wehren wusste, trotzdem zutraulich und folgsam war. Ein Tier, das vielseitig einsetzbar war und zu guter Letzt als Aushängeschild dienen sollte.

 

Die Menschen hatten wenig Zeit, um sich an den wertvollen und geliebten Tieren zu erfreuen. Wie sagt man so? Hochmut kommt vor dem Fall. Als eines Nachts zwei Erdplatten unterhalb der Insel am Meeresboden gegeneinander krachten, brach eine Naturkatastrophe über die Insel und überraschte die schlafenden Menschen in ihren Betten. Selbst wenn sie überlebt hätten, gab es nur wenige Stunden später kaum mehr etwas, zu dem sie hätten zurück kehren können.

 

Der Großteil der Bewohner Atlantis' starb 493 c. Chr. Die Insel versank beinahe vollständig im Meer und verschob sich um einige Kilometer in Richtung Afrika. Was das Beben und die Sintflut nicht geschafft hatten, brachte nach und nach die sich ändernde Natur und das Klima mit sich. Die Menschen waren für immer von der Insel verschwunden, nur wenig Tiere hatten überlebt.

 

Wenig Tiere. Unter ihnen die zur Stärke gezüchteten Equus Lozera, von ihren Menschen Equera genannt. Sie schafften es, sich dem neuen Leben anzupassen. Ihre Mägen gewöhnten sich an Algen und Moos, an trockene Gräser und teils giftige Blätter. Die Hufen entwickelten sich über tausende von Jahren zu Pfoten mit Hautlappen zwischen den Zehen, welche besseren Halt bieten konnten.

 

So blieben schließlich die von menschenhand geschaffenen Wesen, um auf dieser neuen Insel eine Heimat zu finden. Das neues Atlantis der Equera.